Rezepte

Gerste

Dank ihrer kurzen Vegetationszeit und der Anspruchslosigkeit gedeiht die Gerste auch in kargen Gegenden und hohen Lagen (z.B. Wallis oder Tibet).

Somit ist sie auch die Getreideart, die in nördlichen Gebieten angebaut werden kann.

Botanisches

Die Vegetationszeit der Gerste (Zeit zwischen Aussaat und Ernte) beträgt lediglich 120 Tage. In der Regel erfolgt die Aussaat im Herbst, so dass ca. im Juli bereits geerntet werden kann. Selbstverständlich wird dabei durch die vegetationslose Winterzeit diese Frist von 120 Tagen etwas überschritten. Je nach Sorte, Gegend und Witterung sind auch Abweichungen möglich. Frühe Ernten ermöglichen den Anbau einer Nachfrucht, z.B. Herbstfutter wie Wicken mit Gerste oder Rüben. An der Ähre, die auffallend lange Grannen aufweist, sind die Körner in Reihen angeordnet. Im Gegensatz zum Weizen oder Roggen ist die Gerste nicht in ein feines Häutchen (Kleie) eingehüllt, sondern in eine harte Schale, die vor der endgültigen Verarbeitung entfernt werden muss.

Herkunft

Je nach Ort und Lage sind die Gerstenqualitäten sehr verschieden. Die hauptsächlichen Gerstenproduzenten für den Export sind:

- Kanada
- Nordamerika
- Russland
- Frankreich
- Syrien

Verarbeitung

Nach einer gründlichen Reinigung werden die Körner "gespitzt", d.h. die Spitzen werden weggeschnitten, da dort die grössten Verschmutzungen auftreten. In einem Trieur werden Fremdsamen aussortiert. Das Hauptprodukt, die Rollgerste, wird nach dem Schälen in 5 - 7 Grössen klassiert.

Die hauptsächlichsten Endprodukte sind

menschliche Ernährung

Futtermittel

- Rollgerste
- Gerstenflocken
- Speisegerstenmehl
- Gerstencrème

- Futtermittelgerstenflocken
- Futtergerstenmehl
- Gerstenspelzen


Analyse

In ihren Hauptkomponenten weist die Gerste einen ähnlichen Gehalt auf wie der Weizen.

 

Gerste

Weizen

Roheiweiss

11 %

12 %

Rohfett

2 %

2 %

Stärke

67 %

70 %

Mineralstoffe

3 %

2 %

Besonders auffalend ist der relativ hohe Mineralstoffgehalt.

Verwendung

Rollgerste wird in erster Linie für Suppen verwendet. Es können davon auch schmackhafte Gerstengerichte zubereitet werden. Besonders im Winter werden währschafte Gerstensuppen allgemein geschätzt.

Aus dem Altertum ist das sog. Gerstenwasser, ein Gerstenabsud, bekannt, der in England noch oft zubereitet wird (Barley Water). Die Gerste wird abgebrüht und durchsiebt. Dieses Gerstenwasser wird für Rekonvaleszente mit Honig oder Zitronensaft abgeschmeckt verwendet. Vielfach wird es gegen Fieber eingesetzt.



GersteOrgeBarley