Mais

Maisanpflanzungen eigenen sich für alle Länder, in denen die klimatischen Voraussetzungen vorhanden sind. Mais ist eine Getreideart, die am besten in warmen und sonnenreichen Gegenden gedeiht.

Herkunft

Als wichtigste und markanteste Produktionsgebiete treten naturgemäss folgende Exportländer besonders in Erscheinung und sind somit auch am meisten bekannt: Nordamerika, Argentinien, Südafrika, Rumänien und in einem gewissen Umfang ebenfalls Frankreich. Dabei darf man nicht ausser Betracht lassen, dass eine ganze Anzahl Länder Maisproduzenten und gleichzeitig grosse Konsumenten sind und deshalb wenig oder nichts exportieren. Dies betrifft hauptsächlich zentral- und südamerikanischen Länder sowie Portugal, Spanien, Italien, die Balkanländer und den ganzen afrikanischen Kontinent, vor allem Ostafrika. Argentinien ist heute grösster Produzent von Lebensmittel Mais (Platamais). Im Fernen Osten dürfte Maisanbau im Allgemeinen eher etwas weniger in Gewicht fallen, da vielfach der Reis vorherrscht.

Sorten

Die Maiskörner sitzen an einer Spindel, welche von Blättern, der Liesche, fest umschlossen sind. Die Maispflanze wird 1,5 - 3 m hoch. Mais ist in den verschiedenen Ländern unter vielen Namen bekannt, so:

in Amerika

als Corn

in England

als Indian Corn

in Italien

als Grano Turco

in Österreich, Ungarn

als Kukuruz

in Portugal und im portugiesischen Sprachgebiet

als Milo


Man schätzt, dass etwa 50 verschiedene Maissorten existieren, welche bestimmte Eigenschaften und Körnergrössen aufweisen.


Wir unterscheiden 3 Hauptarten

Weiss-Mais

Farbe weiss

Rundkorn-Mais

Plata-Mais

Farbe rötlich

Rundkorn-Mais,
glasig, harte Struktur

Yellow-Mais

Farbe gelb

Zahnmais, früher auch Pferdezahnmais genannt aufgrund der Ähnlichkeit mit    einem Pferdezahn


Im Allgemeinen ist das runde, glasige Korn (Plata-Mais) günstiger für die Herstellung von Maisgriess als der weiche, mehlige Zahn-Mais.


Analysen des ganzen Maiskorns

Wasser

12,5%

Protein

9,2%

Fett

3,8%

Kohlenhydrate

71,0%

Rohfaser

2,15%

Mineralstoffe

1,30%


kcal per 100 g = 375

Die Analysenwerte unterliegen den natürlichen Schwankungen des Rohproduktes.


Verarbeitung

Maisgriess-Fabrikation für menschliche Ernährung

Reinigung

Schälen, entkeimen (trocken oder nass). Für die Griessherstellung läuft das geschälte Korn über den Walzenstuhl und Griessputz-maschinen.

Mais-Flocken

Das geschälte Korn läuft über den Flockenstuhl zur Flockierung und wird anschliessend über einen Wirbel­schichttrockner geführt.

 

Fertigprodukte

für menschliche Ernährung 

Aus Griess

- Polenta
- Instant Griess (2 Min. Kochzeit)
- Maiskeimöl für Haushalt
- Maisflocken

 

Mais in der Schweiz

Die in der Schweiz gebräuchlichsten Bezeichnungen für Essmaisgriess sind Polenta und Bramata. Unter Polenta verstehen wir vorwiegend feinen, mittleren oder halbgroben gemahlenen Essmaisgriess, unter Bramata, eine Bündner-Spezialität, den speziell grobkörnigen Typ.

Mais gehört seit Urzeiten zu den Haupt­nahrungsmitteln wie Hafer, Gerste oder Kartoffeln. Neben der typischen schweizerischen "Kartoffelrösti" und dem Hafermus (Haferbrei) gehörte Polenta früher vor allem auf den Frühstückstisch. Sie haben richtig gelesen. Auch heute noch werden in Gebirgsgegenden gebratene Polentaschnitten zum Frühstück genossen.

Die Konsumgewohnheiten ändern sich von Generation zu Generation. Die Polenta wurde seit dem 2. Weltkrieg durch die Teigwaren und den Reis verdrängt. Es ist eigentlich interessant, dass sich die Kartoffel als Grundnahrungsmittel halten konnte. Doch die Polenta ist wieder im Kommen. Sie hat in den letzten 10 Jahren ihre Stellung gegenüber der mächtigen Beilagenkonkurrenz stabilisiert und stetig verbessert.

Heute wissen immer mehr Kochende, wie gesund, nahrhaft und preisgünstig Polenta ist. Und Polenta ist heute in Konsumformen erhältlich, welche eine lange Kochzeit erübrigen - denken wir nur an den 2-Minuten-Mais. Ein Kartoffelgericht gibt mehr Küchenarbeit.

Mit Polenta lassen sich sehr appetitliche Beilagen - vor allem zu Braten, Ragout, Wild usw. - zaubern, die hübsch aussehen und welche die Essensfreude fördern. Wer nicht unter Zeitdruck kochen muss, wird sich natürlich nach bewährtem Grossmutter­rezept die Stunde Zeit nehmen und eine echte Bündner-Bramata oder eine Tessiner Polenta wenn möglich auf offenem Feuer - zubereiten. Polenta und Bramata werden immer mehr zu wiederentdeckten Spezialitäten.



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